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Infektionskrankheiten
Zwei häufigere Virusinfektionen kommen spezifisch bei Schlangen vor: Die Paramyxovirus-Infektion der Schlangen wird durch das Ophidian Paramyxovirus (OPMV, auch Schlangen-Paramyxovirus; Familie Paramyxoviridae) hervorgerufen und weist eine sehr hohe Mortalität auf. Die Erkrankung geht mit einer Lungen- und Gehirnentzündung mit zentralnervösen Erscheinungen einher. Die Einschlusskörperchenkrankheit ist eine Retrovirus-Erkrankung und äußert sich in zentralnervösen Erscheinungen und Sekundärinfektionen infolge einer Immunsuppression. Bakteriell bedingte Septikämien werden bei Schlangen vor allem durch Pseudomonas und Aeromonas spp. hervorgerufen. Salmonellen treten bei Schlangen häufig auf, sie gehören vermutlich zur normalen Darmflora. Sie können aber auch Darmentzündungen, selten auch eine Septikämie hervorrufen. Die Tuberkulose verläuft bei Schlangen meist subchronisch und wird vor allem durch Mycobacterium thamnopheos, M. marinum und M. chelonei verursacht. Sehr häufig treten bei Schlangen lokale bakterielle Infektionen mit Abszess-Bildung auf. Sie entwickeln sich vor allem nach Verletzungen oder Läsionen von Parasiten. Hierbei dominieren gram-negative Erreger. Pilzerkrankungen (Mykosen) betreffen bei Schlangen vor allem die Haut (Hautpilz). Es handelt sich meist um überall im Boden vorkommende Pilzarten, die vor allem den Bereich der Bauchschuppen nach Verletzungen besiedeln. Das Keimspektrum ist sehr weit, unterscheidet ich aber deutlich von dem der Säugetiere. Auch Systemmykosen kommen bei Schlangen vor und befallen den Darm, die Lungen und andere Organe. Häufigere Vertreter sind Cephalosporium spp., Rhizopus arrhizius und Schizangiella ssp.
Gastritis und Enteritis Bakterielle Entzündung der Magen- und Darmschleimhäute, bei der ebenfalls Pseudomonas, Aeromonas und Proteus Bakterien auftreten. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich über Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhäute über eitrige Abzesse bis hin zu Geschwüren. Symptome: Erbrechen halbverdauter Nahrung und das Absetzen von übelriechendem und breiigem Kot., der fast immer Beimengungen von eitrigem und übelriechendem gelblich-weißem Schleim enthält. Maßnahmen: einen fachkundigen Tierarzt aufsuchen!
Mundfäule (Stomatitis ulcerosa) Mundfäule ist eine bakterielle Erkrankung. Dabei setzen sich die Bakterien Pseudomonas, Aeromonas und Proteus in der Mundschleimhaut des Tieres an. Dies führt zu Schwellungen, Entzündungen sowie käsigem Ausfluss. Ursache dafür ist fast ausschließlich eine Sekundärinfektion, hervorgerufen durch Verletzungen, schlechte physische Verfassung des Tieres, monotone Umwelteinflüsse sowie ein Mangel an Vitamin B. Symptome: Der Mundfäule geht immer eine Mundschleimhautentzündung voraus. Bei leichtgeöffnetem Maul presst das erkrankte Tier schaumigen Speichel unter leisem Zischen heraus. An den inneren und äußeren Zahnreihen und an den Lippenbändern des Unterkiefers ist eine intensive Rotfärbung erkennbar. (Entzündung) Behandlung: Die eitrigen und nekrotischen Beläge sollten täglich mit einem Wattestäbchen entfernt werden. Anschließend wird die Schleimhaut mit einer vom Tierarzt verordneten Lösung ausgetupft. Außerdem werden unterstützend Antibiotika mit Vitamin A und C oral verabreicht.
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